Für eine Reihe von Studiengängen ist der Nachweis von Kenntnissen im Griechischen oder Lateinischen ("Graecum", "Latinum") vorgeschrieben. Informieren Sie sich frühzeitig anhand der Studien- und Prüfungsordnungen Ihrer Fächer und Ihres Studienganges über die jeweiligen aktuellen Anforderungen.
Wer bereits in der Schule Latein/Griechisch gelernt hat, hat im Abiturzeugnis eine Graecum-/Latinum-Bescheinigung erhalten. Studierende, die keinen oder keinen ausreichenden altsprachlichen Unterricht hatten, können die Sprachübungen des Seminars für Klassische Philologie besuchen und sich hier auf die Sprachprüfungen vorbereiten, die vom Regierungspräsidium Karlsruhe (vormals Oberschulamt) organisiert werden.
Wegen der Anerkennung ausländischer Griechisch- und Lateinzeugnisse wenden Sie sich an das Seminar für Klassische Philologie (Ausnahme: für Lehramtsstudierende ist das Regierungspräsidium, Abt. 75, 76247 Karlsruhe, zuständig).
Zum Graecum führen zwei Kurse von je sechs Semesterwochenstunden, zum Latinum zwei Kurse von je vier SWS; beide Kursstufen werden in jedem Semester angeboten. Der Lernstoff muss in diesen Kursen sehr konzentriert geboten werden, denn sie sollen zu einer Stufe der Sprachkenntnis führen, die im Gymnasialunterricht erst nach mehreren Schuljahren erreicht wird. Trotzdem versuchen wir, nicht nur Sprachlehre im engsten Sinne zu betreiben, sondern auch Einblicke in Literatur, Kultur und Geistesgeschichte der Antike zu vermitteln; denn der Sinn des Griechisch- oder Lateinlernens besteht nicht nur darin, für bestimmte praktische Zwecke die nötigen Sprachkenntnisse zu erwerben, sondern auch darin, eine Vorstellung von den antiken Grundlagen europäischer Kultur zu erhalten.
Der Erwerb des Graecums / des Latinums ist meistens bis zur Zwischenprüfung oder sogar noch früher (für bestimmte Lehrveranstaltungen) vorgeschrieben. Aber auch dort, wo dies nicht ausdrücklich festgelegt ist, liegt es im Sinne solcher Vorschriften, dass die Studierenden die betreffende Sprache möglichst früh lernen. Wenn Sie erst kurz vor dem Abschlussexamen griechische oder lateinische Sprachkenntnisse nachlernen, haben Sie davon keinen Nutzen mehr für Ihr Fachstudium.
Sie sollten Ihren Graecum-/Latinum-Erwerb so planen, dass Sie genug Zeit zu täglichem Lernen haben. In einem Semester, in dem Sie mehrere Seminararbeiten schreiben wollen, werden Sie kaum erfolgreich in einer Sprachübung mitarbeiten können. Denn zumal für Erwachsene kann das Erlernen einer antiken Sprache zu einer harten Arbeit werden. Wer sich zuviel zumutet, wird von seinen geringen Fortschritten unbefriedigt sein und den Sprachkurs abbrechen.
Zwei spezielle Warnungen:Das Kursangebot (mit Hinweisen auf die Unterrichtswerke) wird jeweils gegen Semesterende für das folgende Semester im elektronischen Vorlesungsverzeichnis des Seminars für Klassische Philologie bekannt gegeben; mit Änderungen muss erfahrungsgemäß gerechnet werden.
Die Kursstufen der Übungen sind mit römischen Ziffern bezeichnet, Parallelkurse mit kleinen Buchstaben. Die Kurse a, b, c usw. behandeln also den gleichen Stoff. Sie wählen den Kurs, der Ihnen zeitlich am besten passt.
Hier werden Sie in Grammatik und Wortschatz des Griechischen / des Lateinischen eingeführt. Wenn nichts anderes angekündigt ist, werden folgende Lehrbücher verwendet:
Welche Grammatiken, Wörterbücher usw. Sie (außerdem) verwenden sollten, erfahren Sie zu Beginn der Kurse.
In Kursstufe I werden (mindestens) zwei Klausuren geschrieben, bei denen kein Wörterbuch verwendet werden darf. Nach regelmäßigem und erfolgreichem Besuch wird Ihnen auf Ihrer korrigierten Schlussklausur bestätigt, dass Sie die Übung I bestanden haben. Diese Bestätigung benötigen Sie für die Aufnahme in Kursstufe II.
Sie werden aufgenommen, wenn Sie die vorausgegangene Kursstufe I bestanden haben. Haben Sie sie nicht bestanden, so können Sie (nach zusätzlicher Lernzeit in den Semesterferien!) zu Beginn des folgenden Semesters eine "Wiederholungsklausur" ablegen (ohne Wörterbuch; Ort und Zeit werden bei Kursbeginn vereinbart).
In Kursstufe II liegt das Gewicht auf der Lektüre, also dem Übersetzen von Originaltexten; bei den Klausuren (auch bei der für die Anmeldung zur Prüfung maßgeblichen "Zwischenklausur") darf ein Wörterbuch benutzt werden. Im Griechischen wird meist Platon, im Lateinischen werden leichtere Cicerotexte (Reden zum Verres-Prozess, die Catilinarischen Reden, die Rede De imperio Cn. Pompei) gelesen/übersetzt.
Die Anmeldung erfolgt in der ersten Sitzung der einzelnen Kurse (Termine siehe Vorlesungsverzeichnis).
Es gilt die Sprachkursgebührensatzung der Universität vom 19.3.2008 (Mitteilungsblatt des Rektors Nr. 6/08 vom 1.4.2008, S. 287 - 289, siehe untigen Link). Aktuelle Informationen über die Erhebung der Gebühren (Graecumkurs 42 Euro, Latinumkurs 28 Euro je Semester) werden am Beginn des Semesters in den Kursen bekannt gegeben (Gebührenbefreiung für Studierende der Philosophischen Fakultät, etwaige künftige Gebührenrückerstattung für Studierende aus Instituten und Seminaren außerhalb der Philosophischen Fakultät).
Da diese Prüfungen ihrer formalen Stellung nach "Ergänzungsprüfungen" zum Abitur sind, liegt ihre Durchführung in der Hand des Regierungspräsidiums. Sie finden zweimal im Jahr statt, zu Ende des Wintersemesters und zu Ende des Sommersemesters. Die genauen Termine erfahren Sie im Seminar, in den Kursen und auf der Homepage des Regierungspräsidiums (https://www.lehrer.uni-karlsruhe.de/~za211/ep/info.html). Dort finden Sie die Prüfungsbestimmungen und auch das Anmeldeformular.
Die Prüfung kann nur einmal wiederholt werden. Es ist deshalb anzuraten, daß man sich nur anmeldet, wenn man gut vorbereitet ist und Aussicht hat, beim ersten Mal zu bestehen.
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