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Zur Geschichte des Seminars



Das Seminar für Klassische Philologie ist das älteste Seminar der Universität Heidelberg. Gegründet wurde es 1807 im Zuge des Neuanfangs nach den Napoleonischen Kriegen von Georg Friedrich Creuzer, der 1804 als erster bedeutender Gelehrter einem Ruf an die Universität Heidelberg gefolgt war und bis in die Mitte des Jahrhunderts, in freundschaftlichem Umgang mit den führenden Künstlern, Philosophen, Rechtshistorikern und Theologen seiner Zeit, die Geschicke des Seminars wie der ganzen Universität bestimmte. Die romantisch-revolutionäre Attitude des universal-gebildeten Philologen, der Symbol-Streit mit dem älteren Voß, auch wohl die Verwicklung in die Günderode-Tragödie sind unvergessen. Gleich in der ersten Generation begründete Creuzers Seminar seinen Ruf als Talentschmiede ersten Ranges: August Böckh begann hier (1807-11) seine erstaunliche Karriere als – noch immer unveralteter – Vordenker einer philosophisch fundierten Methodologie der Klassischen Philologie.

Aus dem späten 19. Jahrhundert ist besonders Erwin Rohde (1886-98) zu nennen, der – entgegen der positivistisch-historistischen Zeitmode – allein unter Deutschlands Philologen Freund Nietzsche beherzt zur Seite sprang und mit seinem monumentalen Zweibänder 'Psyche' einer erneuerten Sicht des griechischen Altertums den Weg bahnen half. Rohdes untergründige Wirkung auf die Kunst und Literatur des 'fin de siècle' wie die zeitgenössischen Avantgarden ist kaum zu überschätzen.

Das zwanzigste Jahrhundert ist reich an Namen Heidelberger Gelehrter, die die Klassische Philologie ihrer Zeit mitgeprägt haben. Genannt seien nur Franz Boll (1908-24), Otto Regenbogen (1925-35/1945-59), Viktor Pöschl (1950-78), Uvo Hölscher (1962-70), Michael von Albrecht (1964-98) und Albrecht Dihle (1974-89). Ihnen allen werden fundamentale Einsichten in die Theorie, Geschichte und europäische Fortwirkung der griechischen und römischen Sprache, Literatur und Kultur verdankt.

















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